Die Energiepolitik der Bundesrepublik Deutschland hat die Kraftwerkslandschaft irreversibel und sehr tiefgreifend umstrukturiert. Der Atomausstieg ist ein gutes Beispiel, um die Radikalität und Tragweite politischer Entscheidungen in Bezug auf den Kraftwerksmix zu verdeutlichen. Die Energiewende hat nicht weniger als die Umstrukturierung und Renovierung des gesamten Energieapparats bis zum Jahr 2050 zum Ziel. GETEC war in diesen Prozess von Beginn an involviert und trägt mit seinen innovativen Konzepten maßgeblich zum Gelingen der Energiewende bei.

Wie beeinflusst die Energiewende den Kraftwerksbau in Deutschland und Europa?

Die Grundidee der Energiewende ist der Ausbau der erneuerbaren Energien als Alternative zur Kernkraft und zu konventionellen fossilen Kraftwerken. Seit 2011 wurden acht Atomkraftwerke außerbetrieb genommen. Die neun übrigen werden planmäßig bis zum Jahr 2022 stillgelegt.

Nach Aussage der Bundesnetzagentur kann der Ausstieg aus der Kernenergie zu Energieengpässen in der Wintersaison führen, die durch Gas- und Kohlekraftwerke aufgefangen werden müssen. Konventionelle Kraftwerke sind darüber hinaus erforderlich für die Netzstabilität, da sie Schwankungen, die durch die Einspeisung von erneuerbaren Energie entstehen, kompensieren können.

Nach Untersuchungen des BDEW wird sich die Versorgungssicherheit verschlechtern. Die BDEW-Liste der Kraftwerke (erneuerbar und fossil) über 20 MWel, welche bis zum Jahr 2025 errichtet werden sollen, zählt 74 Projekte mit einer geplanten Gesamtleistung von 33,5 GW (Stand April 2015). Davon müssen die auf erneuerbaren Energien basierten Projekte (überwiegend Wind-Offshore), welche nur einen begrenzten Beitrag zur gesicherten Kraftwerksleistung leisten, sowie die Projekte, die wohl keine Genehmigung erhalten, abgezogen werden. Die verbleibende sichere Zubaukapazität beträgt somit nur 7,8 GW. Dem gegenüber steht eine angekündigte Stilllegung von sicherer Kraftwerkskapazität von 24,5 GW (BNetzA, Stand April 2015).

Nicht in dieser BDEW-Liste enthalten sind die kleineren Einheiten zur dezentralen Selbsterzeugung, die oft in KWK-Konfigurationen mit einer elektrischen Leistung unter 20 MW gebaut werden. Diese haben das Potenzial, die Versorgungslücke, welche Kraftwerksstilllegungen in die Energielandschaft Europas reißen, zu schließen.

 

Kraftwerksbau: KWK-Anlagen zur dezentralen Selbsterzeugung

Seit 2010 ist die Anzahl der errichteten KWK-Anlagen ständig gestiegen. Das durchschnittliche Wachstum des KWK-Kraftwerkparks lag bei ca. 20% pro Jahr. KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung kleiner als 10 MW sind für 41% der 542 MWel die 2014 in Betrieb genommen wurden verantwortlich. Die effektive Nutzung von der im Brennstoff gebundenen Energie durch die Kraft-Wärme-Kopplung ermöglicht schon jetzt eine Einsparung von etwa 56 Millionen Tonnen CO2 im Jahr im Vergleich zu einer getrennten Erzeugung von Strom und Wärme. Dies entspricht einer zusätzlichen Fläche von 160 qkm Meereis, die jährlich im Atlantiksommer weniger schmelzen würden. KWK-Anlagen sind effizient, sicher und flexibler und können die Netzschwankungen der erneuerbaren Quellen kompensieren. Die Bundesregierung sieht in der KWK ein förderwürdiges Instrument für die Energiewende mit einem potenziellen Anteil von 25 % am deutschen Strommix im Jahr 2020.

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